Exerzitienreferat im Kardinal-Hengsbach-Haus

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Worte zum Inneren Beten

 

"Denn meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach, um bei ihm zu sein, weil wir sicher sind, dass er uns liebt."

Teresa de Jesus (Teresa von Avila, 1515-1582) in ihrer Selbstbiographie (span.: "Vida") schreibt sie 1562 in Kapitel 8, Abschnitt 5.


"Diese Weise zu meditieren, indem man Gott unseren Herrn in allen Dingen findet, ist leichter, als wenn wir uns zu den abstrakteren göttlichen Dingen erheben und uns ihnen mühsam gegenwärtig machen. Und diese gute übung wird, indem sie uns bereit macht, große Begegnungen mit dem Herrn bewirken, auch wenn es in einem kurzen Gebet ist."

Ignatius von Loyola (1491-1556), BU 1854.


Stille und Gebet sind Grundelemente der Spiritualität.

Dabei kommt es im Beten nicht darauf an, vor Gott viele Worte zu machen oder etwas vorzuweisen.

Ein einfaches Dasein, ein Aufmerken auf das Leben, auf mich, auf Gott - das genügt schon.

Vielleicht kann die Vorstellung helfen, dass ich beim Beten mit Gott wie mit einem Freund zusammen bin, dem ich gern meine Zeit schenke und von dem ich weiß, dass er mich liebt. Ich kann ihm alles sagen - ihm alles anvertrauen. Das kann ich an jedem Ort und zu jeder Zeit, so einfach zwischendurch - oder aber auch für eine längere Zeit.

Die Stille ist dabei gar nicht so sehr die Abwesenheit äußerer Geräusche, sondern mein inneres Stillewerden: Schweigen, Zulassen und mit Gott "rechnen" - meine Aufmerksamkeit für das was ist, für den, der ist: Gott, ich, wir - jetzt und hier, in allem.

 

Klaus Kleffner

 

Seit Januar 2014 jeden Mittwoch 19-20 Uhr
Gebet in der Stille