Exerzitienreferat im Kardinal-Hengsbach-Haus

Dahler Höhe 29 - 45239 Essen - Telefon: 0201 / 490 01 22

Credo-Projekt
Gott, es gibt Zeiten in meinem Leben, da bist du mir ganz nah. In ganz besonderer Weise darf ich Deine Nähe erfahren beim Empfang der Eucharistie. Da bist Du Kraft, Mut und Liebesquelle für mich, erfüllst mich ganz, dafür danke ich dir. Doch dann gibt es immer wieder Zeitabschnitte, und dies seit vielen Jahren, da bist du mir ganz fern , da endziehst du dich mir. Dunkelheit und Leere erdrücken mich. Meine Seele ist leer und beten kann ich nicht, es geht einfach nicht. Und wenn, würdest du mein Schreien, mein Flehen wahrnehmen? Gleichzeitig legst du eine so große Sehnsucht nach dir in meine Seele die kaum auszuhalten ist, die ich als Schmerz tief in mir empfinde. Du lässt mich in diesen Zeiten, dein Licht und deine Wahrheit nicht mehr erfahren, bist mir dann fremd. Manchmal frage ich: “Weißt du eigentlich welchem Seelen-Schmerz du mich da aussetzt?
Und dennoch, bei allen Ängsten, aller Leere und der spürbaren Verlassenheit und großer ungestillter Sehnsucht, die mich nach dir schreien lässt, ich will von dir nicht lassen. Trotz aller offenstehenden Fragen: ich will meinen Glauben an dich nicht aufgeben, dafür gäbe es nichts was ihn ersetzen könnte. Auch wenn es vielleicht widersprüchlich klingt und der Schmerz so tief in mir ist, und mein Unvermögen mich gefangen hält, an Dir will ich festhalten. Trotz aller Widerwärtigkeiten fühle ich mich von Dir angezogen, und dies ist der Grund, warum ich nicht aufgeben kann und nicht will. Ganz leise und zaghaft wage ich ab und zu zu beten: Mein Herr und mein Gott, nimm alles mir, was mich hindert zu Dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu Dir. Mein Herr und mein Gott mach mich ganz zu eigen dir. Stärke Du o Gott meinen Glauben und erfülle mich neu mit deinem Heiligen Geist.

 

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