Exerzitienreferat im Kardinal-Hengsbach-Haus

Dahler Höhe 29 - 45239 Essen - Telefon: 0201 / 490 01 22

Mein Glaubensbekenntnis

Credo-Projekt
Ich glaube, dass ich existiere,
dass mein Dasein einen Sinn hat,
dass ich einzigartig und gleichzeitig Teil eines Ganzen bin,
dass mich vieles mit anderen Lebewesen, mit Pflanzen, Tieren, Menschen- verbindet,
dass die Unterschiede gar nicht so groß sind, wie wir normalerweise annehmen,
dass wir als Menschen dazu da sind, um uns und diesen Planeten Erde besser zu machen, zu vervollkommnen.
Gleichzeitig glaube ich, dass wir und diese Erde schon sehr schön sind, aber dass wir das nur noch nicht erkannt haben.
Ich glaube dass wir zur Zeit dabei sind, uns von dieser Sicht noch mehr zu entfernen, indem wir ausschließlich unseren egoistischen Wünschen folgen und nicht erkennen, dass alles zusammenhängt.
Ich glaube aber auch, dass es Anzeichen für eine Wende in dieser Entwicklung gibt, weil verschiedene „Naturkatastrophen“ und terroristische Akte dem Menschen wie in einem Spiegel seine Zerstörungen vorführen.
Ich glaube, dass immer mehr Menschen sich auf den Weg machen und entdecken, dass sie selbst etwas zur Rettung dieses Planeten tun können. Ich glaube, dass letzten Endes kein Vertrag, kein Waffenstillstand, keine Übereinkunft, keine Absprache wird verhindern können, dass sich die Menschen wieder bekriegen.
Ich glaube, dass es alleine die Liebe ist, die uns retten kann. Die Liebe zur Natur und allen Lebewesen, die Liebe zu den Menschen und die Liebe zu Gott. Ich glaube, dass die Liebe eine Kraft ist, die alles verwandelt und dafür sorgt, dass alles wieder in ein Gleichgewicht kommt.
Ich glaube an die heilige Geistkraft, die, uns den Impuls zur Liebe eingibt, die uns immer wieder vergeben lässt, die uns hilft, uns immer wieder aufzurichten und unseren Aufgaben nachzugehen.
Ich glaube an die Weisheit (Sophia),die nährt, schützt, gebiert und auch zerstört, damit wieder etwas Neues beginnen kann.
Ich glaube, dass es unwichtig ist, mit welchen Begriffen wir das ausdrücken, was wir als „Gott“ erfahren, weil er/sie sich uns in verschiedenen Formen offenbart.
Ich glaube, dass wir uns ab und zu von der äußeren Geschäftigkeit trennen, zur Stille kommen müssen, um die Impulse, die von Gott kommen, aufnehmen zu können. Ich glaube, dass diese größere Macht, diese Weisheit uns in unseren alltäglichen Entscheidungen führt.
Ich glaube, dass sie sich nicht im Intellekt oder nicht vorwiegend darüber zum Ausdruck bringt, sondern in unserer „emotionalen Intelligenz“, in der Intuition, im „Körperbewusstsein“, das uns auf den richtigen Weg führt.
Ich glaube, dass es wichtig ist, die Dinge, die wir tun, ganz achtsam zu tun, im Augenblick, in der Gegenwart zu leben und sich nicht ständig Sorgen um die Zukunft zu machen oder an der Vergangenheit zu hängen.
Ich glaube, dass es unwichtig ist, welcher Religion wir angehören (und ob wir überhaupt einer Religion angehören), wenn wir uns nur immer wieder mit dem Göttlichen verbinden, das in uns und in den anderen Menschen ist.
Ich glaube, dass die christliche Religion, in der ich aufgewachsen bin, alles für mich beinhaltet, was ich zum Glauben brauche. Daher brauche ich nicht mehr in anderen Religionen nach Gott zu suchen, deren Sprache, kultische Formen und Rituale mir eher fremd sind, da sie in einem anderen Land der Erde, zu anderen Zeiten entstanden sind.
Ich kann diese Religionen tolerieren, meine Glaubensgeschwister achten, ohne meinen christlichen Glauben aufzugeben.

 

Sigrid Lemke, Lehrerin Ruhestand, Tanzleiterin für meditativen und sakralen Tanz
Mülheim, den 28.5.2017

 

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